Marvin Püthe von Auraport im Interview

Marvin Püthe von Auraport im Interview

Heute sprechen wir mit Marvin Püthe, Gründer und Geschäftsführer der Auraport UG.

Im Interview erzählt er von seinem Weg vom Triebfahrzeugführer in die Geschäftsführung und gibt Einblicke in Recruiting und Fachkräfte in der Eisenbahnbranche.

 

Können Sie sich der Community bitte kurz vorstellen?

Hallo zusammen, mein Name ist Marvin Püthe und ich bin gelernter Eisenbahner. Meine Ausbildung zum Triebfahrzeugführer bei der Deutschen Bahn habe ich 2013 begonnen und 2016 erfolgreich abgeschlossen. Nach einigen Jahren im Führerstand wollte ich die Branche noch aus einer anderen Perspektive kennenlernen und wechselte 2020 in die Disposition.

Dort habe ich viele strukturelle Herausforderungen der Eisenbahnbranche aus nächster Nähe erlebt. 2025 habe ich schließlich Auraport gegründet. Mein Ziel war von Anfang an, nicht nur über die Zukunft der Schiene zu sprechen, sondern aktiv meinen Beitrag zur „Starken Schiene“ zu leisten.

 

 

Wie kam es zum Schritt in die Arbeitnehmerüberlassung?

Der Wechsel war für mich eine logische Entwicklung. Ich kenne die Eisenbahnbranche aus der Praxis und habe erlebt, wie stark sich Personalengpässe auf den Betrieb auswirken können. Gerade wenn kurzfristig Personal fehlt, gerät schnell der gesamte Fahrplan unter Druck.

Mit Auraport möchten wir genau dort ansetzen. Wir unterstützen Eisenbahnverkehrsunternehmen gezielt, wenn personelle Engpässe entstehen, und sorgen dafür, dass der Betrieb weiterhin zuverlässig laufen kann. Arbeitnehmerüberlassung kann in solchen Situationen ein wichtiger Baustein sein, um Stabilität ins System zu bringen.

 

Was macht für Sie eine Bewerbung wirklich überzeugend?

Für mich stehen zwei Dinge ganz klar im Mittelpunkt: Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Ohne diese Werte funktioniert in der Eisenbahnbranche keine Zusammenarbeit. Gerade im operativen Betrieb müssen sich alle Beteiligten absolut aufeinander verlassen können.

Eine Bewerbung überzeugt mich vor allem dann, wenn sie authentisch ist. Perfekte Formulierungen oder Standardfloskeln sind weniger entscheidend. Viel wichtiger ist, dass man spürt, dass sich jemand wirklich für den Beruf interessiert und sich mit unserer Vision bei Auraport identifizieren kann.

 

Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung ist momentan sicherlich die hohe Fluktuation im Markt. Fachkräfte sind stark gefragt und wechseln entsprechend häufig den Arbeitgeber. Für viele Unternehmen wird es dadurch immer schwieriger, Personal langfristig zu binden.

Unser Ansatz ist deshalb klar: Wir möchten ein Arbeitsumfeld schaffen, das Sicherheit, Stabilität und ein starkes Teamgefühl bietet. In einer Branche, die oft von Hektik geprägt ist, kann genau diese Ruhe und Verlässlichkeit ein entscheidender Vorteil sein.

 

Welches Hobby gibt Ihnen den perfekten Ausgleich zum Alltag als Geschäftsführer?

Der Fußball spielt für mich eine große Rolle und bietet mir einen idealen Ausgleich zum beruflichen Alltag. Mein Lieblingsverein steht dabei natürlich im Mittelpunkt. Besonders faszinierend finde ich den Zusammenhalt, der im Fußball entsteht.

Diese Parallele lässt sich auch gut auf meine Arbeit übertragen. Egal ob auf dem Spielfeld, in der Kurve beim Anfeuern oder im Arbeitsalltag bei Auraport – ohne echten Zusammenhalt entsteht kein erfolgreiches Team.

 

Welche Benefits sind Ihnen besonders wichtig?

Ein moderner Arbeitsplatz besteht heute aus deutlich mehr als nur klassischen Zusatzleistungen. Für mich ist besonders wichtig, dass Benefits nicht einfach von oben vorgegeben werden.

Bei Auraport entstehen viele Ideen im Austausch mit dem Team. Gemeinsam überlegen wir, was den Arbeitsalltag wirklich verbessert und welche Angebote für unsere Mitarbeitenden einen echten Mehrwert darstellen. Dieses gemeinsame Entwickeln stärkt gleichzeitig auch das Wir-Gefühl im Unternehmen.

 

Reisen Sie privat auch gerne mit der Bahn?

Absolut. Ich bin auch privat sehr gern mit der Bahn unterwegs. Dabei habe ich allerdings eine klare Regel: Die Reise muss möglichst stressfrei sein. Deshalb plane ich immer ausreichend Zeitpuffer ein.

Wenn einmal ein Anschlusszug verpasst wird, bringt mich das nicht aus der Ruhe. Meine Liste an Reisezielen ist bereits ziemlich lang, doch es gibt sicherlich noch viele spannende Orte, die man bequem mit der Bahn erreichen kann.

 

Wo sehen Sie sich und Auraport in den nächsten zehn Jahren?

Ich hoffe natürlich, dass Auraport sich in den kommenden Jahren als feste Größe in der Eisenbahnbranche etablieren kann. Wachstum um jeden Preis ist für mich dabei allerdings nicht das wichtigste Ziel.

Entscheidend ist, dass das Unternehmen gesund wächst und unsere Mitarbeitenden sich langfristig wohlfühlen. Persönlich wünsche ich mir vor allem, dass wir alle gesund bleiben und weiterhin mit Begeisterung an der Zukunft der Schiene arbeiten können.

 

 

Welchen Karriere-Rat geben Sie Menschen, die heute im Personalwesen durchstarten möchten?

Unsere eigene Unternehmensgründung liegt noch nicht lange zurück, deshalb sehe ich mich nicht als allwissenden Experten. Aber eine Sache habe ich in dieser Zeit gelernt:

 

Man muss den Schritt einfach wagen.

 

„Einfach machen“ klingt zunächst simpel, doch dahinter steckt eine Menge Mut und eine gute Vorbereitung. Wer einen klaren Plan hat und bereit ist, aus Fehlern zu lernen, sollte nicht zu lange zögern. Gerade Unternehmertum besteht oft aus Trial and Error und genau das gehört zum Prozess dazu.

 

Abschluss

Vielen Dank, Her Püthe, für das spannende Interview. 🙂

 

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