Geschäftsführerin Diana Döpping im Interview
Expertengespräch: Diana Döpping über Spezialverkehr, Fachkräftemangel und Teamgeist in der Eisenbahnbranche.
Heute sprechen wir mit der Geschäftsführerin der ERC.D GmbH, einem spezialisierten EVU der TEX Holding.
Frau Döpping teilt Einblicke aus ihrer über 20-jährigen Laufbahn in der Eisenbahnbranche, beleuchtet die Herausforderungen im Spezialverkehr und erklärt, warum ein starker Teamgeist für den Erfolg im anspruchsvollen Bahnbetrieb heute wichtiger ist als je zuvor.
Können Sie sich der Community bitte kurz vorstellen?
Hallo zusammen, mein Name ist Diana Döpping, ich bin 41 Jahre alt und seit 2001 in der Eisenbahnbranche tätig. Gestartet bin ich bei DB Training in Nürnberg. 2011 wechselte ich in die damalige ER. bahn-consulting, die mein Bruder gegründet hatte. Dort und später im Verbund der ERC. Unternehmensgruppe habe ich viele verschiedene Bereiche begleitet.
Heute bin ich Geschäftsführerin der ERC.D GmbH, einem von 14 Tochterunternehmen der TEX Holding. Privat bin ich bodenständig, neugierig und jemand, der Herausforderungen lieber anpackt, statt lange darüber zu reden.
Ihre Laufbahn begann im kaufmännischen Bereich bei der Deutschen Bahn und führte Sie später in leitende Funktionen. Was hat Sie besonders geprägt?
Am meisten geprägt haben mich die Menschen: Kolleg:innen, Mitarbeiter, Partner und natürlich die Höhen und Tiefen, die man erlebt, wenn man Unternehmen mit aufbaut, führt und weiterentwickelt. Jede dieser Phasen hat meinen Blick geschärft und mich professionell, aber auch persönlich weitergebracht.

Seit mehr als fünf Jahren leiten Sie die ERC.D GmbH. Was macht Ihr EVU besonders und wo liegt aktuell der Schwerpunkt?
Besonders macht uns unsere Flexibilität, Fachkenntnis und ein Team, das auf Augenhöhe arbeitet. Ohne das wäre unser Geschäft nicht möglich.
Der aktuelle Schwerpunkt liegt ganz klar auf:
- geschleppten Überführungsfahrten mit eigenen Kuppelwagen
- Überführungen aus eigener Kraft
- europaweit, mit anspruchsvoller Planung
Genau dort sind wir stark, zuverlässig, schnell und lösungsorientiert.
Probe- und Zulassungsfahrten sind ein Spezialbereich. Welche Herausforderungen bringt dieser Sektor mit sich?
Das Wichtigste ist die extrem enge Abstimmung zwischen Vertrieb, Planung und Kunde. Viele Projekte sind komplex und brauchen:
- intensive Kommunikation
- detaillierte Disposition
- präzise Vorbereitung
Nur wenn alle Zahnräder greifen, laufen diese Zulassungs- und Probefahrten reibungslos.
Sie verantworten kaufmännische und operative Themen. Welche Fähigkeiten helfen Ihnen dabei, die Balance zu halten?
Ganz eindeutig: Interesse, Planungsstärke und Abstimmung. Ich komme zwar aus dem kaufmännischen Bereich, habe aber über die Jahre auch viele operative Themen begleitet.
Im EVU lernt man schnell, wie wichtig ein gutes Sicherheitsmanagementsystem, saubere Prozesse und fachliche Abstimmung sind.
Dazu kommt wertvoller Input aus Verbandsveranstaltungen, Netzwerken und dem Austausch mit meinem Geschäftsführerkollegen.

Die Bahnbranche verändert sich stark. Welche Themen beschäftigen Sie täglich am meisten?
Platz 1: Fachkräftemangel.
Personal zu finden ist heute extrem schwierig.
Personal zu halten, trotz Verspätungen, Umleitungen und Belastungen im Alltag, ist mindestens genauso herausfordernd.
Hier sind Wertschätzung und Anerkennung entscheidend.
Zweites großes Thema: Digitalisierung. Unsere Muttergesellschaft treibt vieles zentral voran, was uns als kleines EVU fordert, aber wir gehen es Schritt für Schritt an.
Gab es einen Moment, der für Sie ein Wendepunkt in Ihrer Karriere war?
Ja, die Entscheidung, in die Selbstständigkeit zu gehen. Das hat mich nicht viel Überwindung gekostet, aber es war ein klarer Wendepunkt.
Mein Motto war immer:
„Wenn man es nicht versucht, weiß man nie, wie es wird.“
Trial and Error.
Alles andere sind wertvolle Erfahrungen, die man über die Jahre sammelt.
Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die in der Bahnbranche Karriere machen möchten, insbesondere Frauen?
Ich hätte mit 17 nie gedacht, dass ich in der Bahnbranche lande, aber rückblickend hätte ich keine bessere Branche wählen können.
Mein Rat: Traut euch, macht Fehler, zeigt Interesse, bildet euch weiter, bewerbt euch auf Führungspositionen: Trial and Error!
Und besonders an Frauen:
Seid mutig und traut euch mehr zu
Was begeistert Sie nach so vielen Jahren immer noch an Ihrer Arbeit? 🙂
Ganz klar: die Menschen. Unsere Mitarbeiter, ihre Leidenschaft und die Vielfalt der Bahnbranche, die oft viel größer ist, als Außenstehende ahnen.
Vielen Dank für Ihre Zeit und die Einblicke, Frau Döpping.
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Bei Fragen oder Bemängelung bitte eine Mail an: info@dereisenbahner.net
